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Was ist Plasmapherese?
Wer kann Plasma spenden?
Wie sehen die medizinischen Untersuchungen und Tests aus?
Wie häufig kann Plasma gespendet werden?
Wie lange dauert die Plasmaspende?
Wie wird das Plasma entnommen?
Wie viel Plasma wird benötigt?
Kann ich mich durch eine Plasmaspende mit AIDS infizieren?
Erhalten Plasmaspender eine Aufwandsentschädigung?
Welche Produkte werden aus Plasma hergestellt und wie werden sie verwendet?
Was ist Plasmapherese?
Bei der Plasmapherese wird über eine Vene Vollblut entnommen und das Plasma in einem medizinischen Gerät in seine festen Bestandteile aufgetrennt. Die roten und weißen Blutkörperchen sowie die Blutplättchen werden dem Spender während der Plasmapherese wieder zugeführt. Das gewonnene Plasma wird nach der Spende eingefroren und für die Medikamentenherstellung (Plasmaderivate) verwendet.
Wer kann Plasma spenden?
Jede gesunde Person, die mindestens 18 Jahre alt ist und 50 kg wiegt, kann Plasma spenden. Alle Spendewilligen, die Plasma spenden wollen, müssen sich, einer ausführlichen Prüfung ihrer medizinischen Anamnese, einer gründlichen ärztlichen Untersuchung und verschiedenen Tests auf Erkrankungen wie HIV und Hepatitis unterziehen.
Wie sehen die medizinischen Untersuchungen und Tests aus?
Diese werden zum Schutz des Spenders und der Empfänger der aus dem Plasma hergestellten Plasmaderivate, durchgeführt und sind behördlich vorgeschrieben. Sie umfassen die Bestimmung des Haemoglobin bzw. Haematokrit, des Serum/Plasmaeiweisswertes und des Immunglobulin G-Spiegels zum Spenderschutz. Die Festsstellung von viralen Markern für Hepatitis und HIV (AIDS)-Viren gewährleistet die Sicherheit der erzeugten Plasmaderivate.
In freiwilligen Programmen (IQPP und QSEAL) von PPTA Mitgliedern werden zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, wie negative Testergebnisse für virale Marker in zwei aufeinanderfolgenden Tests, Kontrolle der epidemiologischen Ergebnisse bei einem festgelegten Limit, Inventarlagerung des gewonnenen Plasmaphereseplasmas über zwei Monate und Untersuchung des Plasmas vor der Poolbildung mit hochempfindlichen Methoden (NAT-Test bzw. PCR) auf Hepatitis und HIV-Erreger vorgenommen.
Wie häufig kann Plasma gespendet werden?
In der Regel ersetzt der Körper das gespendete Plasma innerhalb von 24 bis 48 Stunden, wenn sich der Spender gesund ernährt und ausreichend Flüssigkeit und Eiweiß zuführt. In den einzelnen Ländern ist die Spendehäufigkeit unterschiedlich geregelt. Die für die Europäische Union verbindliche EU Blutdirektive macht dazu keine Einschränkung und sieht dies als Frage der Spendersicherheit in nationaler Veranwortung der Mitgliedsländer. In Deutschland darf ein Plasmaspender nach 48 Stunden erneut spenden, dabei können in Abhängigkeit vom Körpergewicht während einer Plasmapherese bei einem Körpergewicht von mehr als 70 kg bis zu 850 ml (reines Plasma + Antikoagulanz) gespendet werden. Die maximale Abnahmemenge/Jahr beträgt z.Zt. in Deutschland 25 L reines Plasma. Das bedeutet, dass ein Spender bis zu 38 Mal/Jahr spenden kann, wenn durch die medizinischen Untersuchungen die Spendefähigkeit abgesichert ist.
Wie lange dauert die Plasmaspende?
Damit sichergestellt ist, dass der Spender die Anforderungen der medizinischen Untersuchung und der Tests erfüllt, dauert der erste Besuch bis zu zwei Stunden. Die eigentliche Plasmapherese dauert etwa 1 1/2 Stunden.
Wie wird das Plasma entnommen?
Eine Plasmaspende gleicht einer Blutspende. Dabei wird aus der Armvene das Blut mit einem sterilen Abnahmesystem von einem medizinischem Gerät entnommen. Das Plasma wird von den roten und weißen Blutkörperchen sowie Blitplättchen getrennt. Diese werden dem Spender zusammen mit einer sterilen Kochsalzlösung zum Ausgleich des Flüssigkeitsverlustes wieder zugeführt. Während der Spende wird dem entnommenem Blut eine gerinnungshemmende Flüssigkeit (Antikoagulanz) zugesetzt, um die Gerinnungsfaktoren zu schützen und das Blut flüssig zu halten.
Wie viel Plasma wird benötigt?
Der weltweite Bedarf an Plasma seitens der Fraktionierer (Pharmaunternehmen, die aus Humanplasma Arzneimittel herstellen) beträgt mehr als 20 Millionen Liter pro Jahr. Davon werden in den Spendeeinrichtungen durch Plasmapherese weltweit ungefähr 14 Millionen Liter Plasma gewonnen. Der verbleibende Bedarf wird durch Plasma aus Vollblutspenden von Blutspendediensten in kommunalen Einrichtungen des Roten Kreuzes und privaten Blutspendediensten gedeckt.
Kann ich mich durch eine Plasmaspende mit AIDS infizieren?
NEIN. Plasma wird in einer streng kontrollierten, sterilen Umgebung durch ausgebildetes Fachpersonal entnommen. Das gesamte Plasmaentnahmesystem ist sterilisiert, und alle Teile, die mit dem Spenderblut in Berührung kommen, werden nur ein Mal verwendet. Dadurch ist die Möglichkeit der Übertragung einer Virusinfektion ausgeschlossen.
Erhalten Plasmaspender eine Aufwandsentschädigung?
Die Aufwandsentschädigung ist eine im Transfusionsgesetz (TFG) verankerte Möglichkeit, entstandene Fahrtkosten und den mit der Plasmapherese verbundenen hohen zeitlichen Aufwand zu kompensieren. In Abhängigkeit vom Bedarf an Plasma und der medizinischen Verträglichkeit ist es möglich, dass Spender zweimal pro Woche ein Plasmazentrum aufsuchen. Dafür erhalten sie in Deutschland eine Aufwandsentschädigung, die im Durchschnitt 15-20 € beträgt, wobei jedes Plasmazentrum dazu im vom TFG vorgegebenen Rahmen eigene Festlegungen treffen kann.
Welche Produkte werden aus Plasma hergestellt und wie werden sie verwendet?
Im menschlichen Blutplasma wurden bisher fast 500 verschiedene Proteine entdeckt. Bei vielen von ihnen ist die Funktion noch unbekannt, und manche sind nur in ganz geringen Mengen vorhanden. Die Plasma verarbeitende Industrie kann zahlreiche lebensrettende Medikamente herstellen. Dazu gehören Gerinnunsfaktoren gegen Blutungskrankheiten, Immunglobuline gegen Immundefekterkrankungen und Albumin gegen Eiweißmangel.
Albumin
Albumin fand als eines der ersten Humanproteine eine klinische Verwendung. Im Zweiten Weltkrieg wurde es als stabiles Humanplasmasubstitut entwickelt. Heute wird Albumin weitgehend bei der Behandlung von Schockzuständen (Hypoalbuminämie), Verbrennungen, respiratorischer Insuffizienz bei Erwachsenen und in der kardiopulmonalen Bypass-Chirurgie verwendet. Es gibt zwei sehr informative Internetseiten über die Verwendung von Albumin und die neuesten klinischen Informationen über Flüssigkeitsmanagement und ersatz. Bei diesen speziell für Ärzte und medizinische Fachleute bestimmten Seiten handelt es sich um www.fluidtherapy.net und www.albumin-ppta.com.
Alpha-1-Antitrypsin-Mangel
Alpha-1-Antitrypsin ist ein in den Geweben vorkommendes Protein, das verhindert, dass die Gewebe durch die körpereigenen Enzyme zersetzt werden. Ein erblich-bedingter Mangel (Alpha-1-Antitrypsin-Mangel) kann zu einer Schädigung der Lunge (Emphysem) und der Leber führen, und eine Zufuhr dieses Proteins wirkt dem entgegen.
Gerinnungsfaktoren
Die Gerinnungsfaktoren VIII und IX sowie der von-Willebrand-Faktor (vWF) sind die wichtigsten Arzneimittel aus Plasma für Menschen, die unter einer angeborenen Blutungsneigung (Hämophilie) leiden. Zu den weiteren Proteinen, die bei der Regelung des natürlichen Gerinnungsprozesses eine Rolle spielen und die zu Medikamenten verarbeitet werden, gehören Faktor XIII and Antithrombin sowie die Gerinnungsfaktoren II, VII und X des Prothrombinkomplexers. Ferner wird zur Unterstützung der Blutgerinnung und des Wundverschlusses bei Operationen ein Fibrinprodukt eingesetzt.
Immunglobuline
Es gibt eine Reihe von Fällen, in denen Menschen nicht ausreichend Antikörper (Immunglobuline) bilden, um sich gegen Infektionen zu schützen. Dies mag durch eine erbliche Veranlagung bedingt sein, manchmal führen jedoch auch Erkrankungen wie Leukämie dazu, dass keine Antikörper mehr gebildet werden. In diesen Fällen muss eine breite Palette an solchen "polyvalenten" Antikörpern aus dem Blut oder Plasma von Spendern zugeführt werden. Manche Menschen bilden auch schädliche Antikörper, die das eigene Gewebe angreifen.
Bei dem Guillain-Barré-Syndrom (GBS) handelt es sich um eine derartige Erkrankung. Bei ihr wird die elektrische Isolierung der Nervenzellen zerstört, was bis zur Lähmung führen kann. Polyvalente Immunglobuline elfen bei der Veränderung dieser Autoimmunreaktion und verhindern ein Fortschreiten der Krankheit. Weitere Erkrankungen, bei denen sich Immunglobuline als wirksam erweisen, sind das Kawasaki-Syndrom (Befall der Arterien) Infektionen bei Bluterkrankungen und die Idiopathische thrombozytopenische Purpura (ITP), bei der die Gerinnungszellen im Blut, die Blutplättchen, zerstört werden. Während nur relativ wenige Menschen polyvalente Immunglobuline für den Erhalt ihrer Gesundheit über einen längeren Zeitraum hinweg benötigen, brauchen viel mehr Menschen eine Reihe spezifischer Antikörper (Hyperimmunglobulin), um unter bestimmten Umständen das Ausbrechen einer Krankheit zu verhindern. z. B. ein Arzt oder eine Krankenschwester sich mit einer Nadel verletzt hat, kann ein spezifisches Hepatitis-B-Immunglobulin verabreicht werden, um möglicherweise übertragene Viren zu neutralisieren, bevor es zu einer Erkrankung kommt. Gärtner, die sich bei ihrer Arbeit verletzt haben, benötigen unter Umständen ein Immunglobulin gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), wenn sie ihre Immunisierung nicht regelmäßig auffrischen ließen. Und jedes Jahr wird weltweit das Leben Tausender Neugeborener durch die routinemäßige Verabreichung von Anti-D-Immunglobulin bei werden den Müttern gerettet, deren Immunsystem allergisch auf die roten Blutkörperchen ihrer eigenen Kinder reagiert und diese unter der Geburt zerstören würde.
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